Meine Malerei von Bad Saulgau wurde in die Sammlung der Stadt aufgenommen und dort inventarisiert. Ein Moment, der mich tief berührt hat. Denn wenn ein Bild in eine städtische Sammlung aufgenommen wird, verlässt es den rein persönlichen Raum der Kunst und wird Teil eines größeren Gedächtnisses.
Ein Bild beginnt dann, Geschichte zu tragen.
Als ich dieses Städtebild malte, ging es mir nicht nur um Architektur oder Perspektive. Ich wollte das einfangen, was zwischen den Häusern lebt: die Wärme der Plätze, die Erinnerungen der Menschen, die leisen Geschichten, die in den Gassen verborgen sind. Städte haben eine Seele – und manchmal darf ein Bild diese Seele sichtbar machen.
Umso mehr freue ich mich, dass die Tourist-Information plant, das Motiv als Postkarte zu reproduzieren. So kann das Bild vielleicht viele Menschen erreichen – Besucher, die die Stadt entdecken, und Bürger, die ein Stück ihrer Heimat mitnehmen.Für mich ist das ein schöner Gedanke:
Dass Kunst nicht nur an Wänden hängt, sondern in die Welt hinausgeht.
Vielleicht wandert dieses kleine Bild dann durch viele Hände. Vielleicht landet es auf einem Schreibtisch, in einem Buch oder an einer Wand irgendwo weit entfernt – und trägt ein Stück der Atmosphäre von Bad Saulgau mit sich.
Genau das liebe ich an der Kunst.
Dass ein Bild manchmal zu einem stillen Botschafter werden kann.
Farbenfrohe Grüße
Stefan Eichler



